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Wegen ihrer traumhaften Aussicht wird die Kleinstadt San Ginesio auch “Balkon der sibillinischen Berge” genannt. Von hier kann der Blick über die lieblichen Hügel bis hinunter zum adriatischen Meer und zum Massiv des Gran Sasso reichen. Sie ist eine der wichtigsten Kunststädte der Marke, reich an außergewöhnlichen historischen und künstlerischen Traditionen. Obgleich ihre vermutliche römische Besetzung keine imposante Spuren hinterlassen hat, ist ihr Name deutlich verbunden mit dem gleichnamigen Schutzheiligen, der, unter anderem, auch Schutzheilige von Schauspielern ist. Der aktuelle Grundriß stammt aus dem 13. Jh. Die noch erhaltenen wunderschönen mittelalterlichen Stadttöre mit Wachturm, zusammen mit weiten Strecken der Stadtmauer, die ebenfalls aus dem 13. Jh. stammen, erinnern an die Zeit, als das Städtchen sich aus der Macht von Fermo löste und sich zu einer freien Kommune erhob. Ihm gelang es jedoch nicht, die Anspruche der Familie Da Varano zu vermeiden und die adlige Familie konnte bis zum 16. Jh. ihr Einfluss ausüben.
Ebenfalls auf diese Zeit bezieht sich die bekannte ´il ritorno degli esuli´ (‚die Wiederkehrung der Verbannten’), eine dreijährige Wiederaufführung, die die Stadt zur Erinnerung an einer damaligen Episode veranstaltet. Während einer Unabhängigkeitsperiode von der Macht der Stadt Camerino, 300 ihrer Einwohner wurden aufgrund ihrer angeblichen Verschwörung gegen Da Varano nach Siena verbannt, dürften später aber, danke der Fuersprache, die, die Leute von Siena einlegten, nach San Ginesio zurückkehren, ein großes und noch bestehendes hölzernes Kruzifix als Zeichen der Versöhnung mitbringend.
Autor: Fabio Santilli
Übersetzung: Gianfranco Martorano |